Die Vorschläge der Rentenkommission setzen wichtige Signale. Für eine wirklich stabile Altersvorsorge braucht es aber mehr Konsequenz, mehr Tempo und an einigen Stellen deutlich mehr Mut, wie Dr. Guido Bader, Vorstandsvorsitzender der Stuttgarter, einordnet.
Die Empfehlungen der Rentenkommission werden aktuell kontrovers diskutiert. Für Dr. Guido Bader, Vorstandsvorsitzender der Stuttgarter, enthält das Paket viele positive Gedanken, gleichzeitig bleibt das Papier hinter seinen Erwartungen zurück. Vieles hänge zwar noch an der konkreten Ausgestaltung, an zentralen Punkten fehlt es Bader aber an der notwendigen Entschlossenheit.
Vor allem bei der Kapitaldeckung, der Lebensarbeitszeit und der betrieblichen Altersversorgung hätte er sich mehr Klarheit und mehr Tempo gewünscht. Die Richtung stimme oft, aber der Reformwille bliebe zu vorsichtig. Deshalb seien die Vorschläge ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber noch nicht der erhoffte große Wurf.
Einordnung der 5 wichtigsten Punkte
- Mehr Kapitaldeckung
Ein richtiger und überfälliger Schritt. Entscheidend bleiben die konkrete Ausgestaltung und die Frage, wie viel Wahlfreiheit die Versicherten erhalten. - Stärkung der bAV
Absolut richtig. Die bAV gehört zu den wichtigsten Hebeln, um zusätzliche Vorsorge in die Breite zu bringen. Der Erfolg hängt aber am richtigen Umsetzungsweg. - Anpassung der Regelaltersgrenze
Der Grundgedanke stimmt, der Vorschlag bleibt aber zu zurückhaltend. - Abschlagsfreie Rente und Abschlagsfaktoren
Die Abschaffung der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte ist richtig. Auch die stärkere Orientierung an versicherungsmathematischen Grundsätzen ist längst überfällig. - Rückkehr zum Nachhaltigkeitsfaktor
Eine wichtige Empfehlung, weil ein stabiles Rentensystem demografische Entwicklungen zwingend einbeziehen muss.
Fazit
Die Empfehlungen zeigen in vielen Punkten in die richtige Richtung. Gleichzeitig werden sie aber nicht ausreichen, wenn die Politik an entscheidenden Stellschrauben weiter zu zaghaft dreht. Jetzt kommt es darauf an, aus ersten Signalen echte Reformen zu machen.


