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Matching-Modelle kein Hindernis für den Förderbetrag nach § 100 EStG

Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) schaffte Klarheit auf zwei Eingaben des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für eine sichere Umsetzung von sogenannten Matching-Modellen.

© shutterstock | Gajus

Solche Matching-Modelle sind weit verbreitet und sowohl für die Beschäftigten als auch für die Unternehmen sehr lohnenswert. Mit der Stuttgarter bAV-Architektur hat sich diese Umsetzung mit Entgeltumwandlung plus verpflichtender Arbeitgeber-Zuschuss und förderfähiger Arbeitgeber-Rente schon vielfach bewährt.

Die Stuttgarter war unter den ersten Anbietern von Tarifen für den neuen Förderbetrag nach § 100 EStG für Niedrigverdiener und hat in Modellrechnungen gezeigt, wie Arbeitgeber den Förderbetrag einsetzen können, um die arbeitgeberfinanzierte Versorgung für ganze Belegschaften auszubauen. Denn hier ist eine staatliche Förderung von bis zu 51% möglich.

Nach einer schwierigen Passage in einem BMF-Schreiben vom 8.8.2019 war allerdings in Frage gestellt, ob der Förderbetrag nach § 100 EStG bei Matching-Modellen greift, bei denen typischerweise eine freiwillige Entgeltumwandlung des Arbeitnehmers durch einen arbeitgeberfinanzierten Zuschuss gefördert wird.

Klarheit nach GDV-Eingaben

„Soweit Sie das BMF vom 8. August 2019 – IV C 5 -S 2333/19/10001, DOK 2019/0688089 – (BStBl I Seite 834) zur „Wahlweise(n) Verwendung von vermögenswirksamen Leistungen zum Zwecke der betrieblichen Altersversorgung und in diesem Zusammenhang gewährte(n) Erhöhungsbeträge(n) des Arbeitgebers“ ansprechen, vertrete ich die Auffassung, dass dies für die im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung von Ihnen beschriebenen sog. („freiwilligen“) Matching-Modelle nicht einschlägig ist. Bei den sog. „freiwilligen“ Matching-Modelle bemisst sich die Höhe der Arbeitgeberbeiträge (Erhöhungsbeträge) typischerweise nach der Höhe der Arbeitnehmerbeiträge durch originäre Entgeltumwandlung, losgelöst von bereits gewährten vermögenswirksamen Leistungen bzw. zusätzlich gewährten Lohnbestandteilen.“Weiterhin sind Zuschüsse nach § 1a (1a) BetrAVG nicht förderfähig nach § 100 EStG (BMF-Schreiben vom 6.12.2017, Rz. 112).


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