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Wie Garantien auf langfristige Sparprozesse wirken

Das Garantieniveau in der Altersvorsorge wird kontrovers diskutiert. Eine ifa-Studie zeigte die Effekte auf die inflationsbereinigten Chancen und Risiken und DAV-Vorstand Dr. Guido Bader debattierte mit Hermann-Josef Tenhagen. 

© shutterstock | FOTOGRIN

Das Bedürfnis nach Sicherheit ist unter den Vorsorgesparern nach wie vor fest verankert. Um Planungssicherheit im Alter zu haben, ist dieser Wunsch auch weiterhin richtig und nachvollziehbar. In einer weitestgehend zinslosen Welt stellt sich die Herausforderung, wie man das Sicherheitsbedürfnis mit einer notwendigen Chance auf Rendite sinnvoll vereinen kann. Denn jede Garantieerhöhung reduziert das Ertragspotenzial. Oft sehen die Sparer jedoch nur einen nominellen Betrag zum Rentenbeginn als Sicherheitsmerkmal und vernachlässigen dabei den Erhalt ihrer Kaufkraft. 

Studie des Instituts für Finanz- und Aktuarwissenschaften

Vor diesem Hintergrund hat das ifa die Auswirkung von Garantien auf inflationsbereinigte Chancen und Risiken langfristiger Sparprozesse untersucht. Der Zusammenhang, dass die Gesamtrendite von Aktien über einen langen Zeitraum eine positive Korrelation mit der Inflation über denselben Zeitraum aufweisen, ist dabei von besonderer Bedeutung. Bei der Wirkung von Garantien auf die Kaufkraft der Leistung gibt es daher zwei gegenläufige Effekte:

„Hohe Garantien reduzieren das Risiko, das aus Schwankungen der Aktienmärkte resultiert, erhöhen aber im Gegenzug das Risiko, das aus der Inflation resultiert“,

so die Autoren der ifa-Studie. Eine nominale Betrachtung berücksichtige nur den ersten, ignoriere aber den zweiten Effekt. Die risikoreduzierende Wirkung von Garantien fällt real (also inflationsbereinigt) deshalb geringer aus als bei einer nominalen Betrachtung. Sicherheit und Garantie ist daher nicht dasselbe.

Versicherungsmathematiker im Dialog

Das Zusammenspiel zwischen Garantien und Renditechancen in der Altersvorsorge war auch Gegenstand eines neuen Diskussionsformats der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV). In der ersten Ausgabe von „DAVimDialog“ standen sich dabei Dr. Guido Bader, DAV-Vorstandsvorsitzender, und Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur vom Verbraucherportal finanztip.de, gegenüber. Dabei herrschte zwar Konsens, dass der Vermögensaufbau in einer zinslosen Welt nur über den Kapitalmarkt funktionieren kann – kontrovers und lebhaft wurde jedoch debattiert, ob man dem Vermögensaufbau einen Versicherungsmantel umhängen sollte, um Planungssicherheit im Alter zu gewährleisten.

Sehen Sie hier die Diskussion in voller Länge:


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